out of order – was war los die letzten Monate?

08.12.2018

Es kommt mir vor wie eine halbe Ewigkeit, dass der letzte Blogpost online gegangen ist. Und tatsächlich ist es in medialer Zeitrechnung auch nicht viel weniger.
Wie einigen bestimmt aufgefallen ist, folgte keiner der weiteren versprochenen Blogposts über unseren Trip in die USA. Und das soll nicht daran gelegen haben, dass wir unseren Urlaub nicht in vollen Zügen genossen haben und mit euch teilen wollen. Und auch vor den USA sah es leicht mau aus. Auch auf Instagram sind wir in letzter Zeit ziemlich abwesend gewesen.

Man stelle fest: für einen Blogger ist das ein ziemlich schlechtes Ergebnis und dies darf ruhig mit erhobenem Finger verurteilt werden.

Allerdings gibt es manchmal Zeiten und Stimmungen im Leben, die die gegebenen Umstände verändern, sodass man manchmal andere Prioritäten setzen muss. Es mag jetzt etwas dramatisch klingen. Ich kann euch aber beruhigen: ich hatte keinen persönlichen Schicksalsschlag oder musste einen schweren Brocken verkraften.

Ganz im Gegenteil. Um aber alles nachvollziehen zu können, muss ich etwas weiter ausholen und werde deswegen in den kommenden Absätzen das erste halbe Jahr revue passieren lassen.

Das erste Quartal.

Wer kennt es nicht? Neues Jahr, neue Zielsetzungen. So und nicht anders sah es auch bei mir aus. Ich startete das Jahr hoch motiviert bei eisigen Temperaturen und setze mir meine persönlichen immateriellen Ziele, die mich auch auf lange Sicht in einen glücklicheren und zufriedeneren Grundzustand versetzen sollten. Da ich mir jedes Jahr – mittlerweile eigentlich jeden Tag –  vornehme, zunächst an mir und meiner persönlichen Einstellung zu arbeiten, sahen die Ziele grob zusammen gefasst wie folgt aus:

  1. mach das, was dich glücklich macht, denn du bist deines eigenen Glückes Schmied.
  2. behandele andere so, wie du gerne selber behandelt werden möchtest.
  3. sei geduldiger (kleine Schwäche meinerseits)

Klingt im ersten Moment ziemlich unspektakulär und einfach in der Umsetzung. Für mich persönlich ist es aber mit jedem Tag eine neue Herausforderung diesem – wohl mehr Leitfaden als Ziel – treu zu bleiben.

Denn sind wir mal ganz ehrlich… Wer ist im Prinzip immer an allem Schuld? Ganz bestimmt nicht man selbst.
Und genau das ist ein riesen Trugschluss, dem ich nur jedem empfehlen kann zu überdenken.
Man selber hat die vollste Kontrolle und Verantwortung dafür, welchen Weg man in seinem Leben einschlägt, welche Entscheidungen man heute und morgen trifft und mit welcher Laune man durch’s Leben geht.

Und somit machte ich mir zur Aufgabe zu überdenken,

  1. was mich eigentlich unglücklich macht im Leben und
  2. was dringend geändert werden muss, damit ich nicht mehr unglücklich bin.

Denn ich bin die absolut einzige Person, die die Fäden in der Hand hat. Natürlich können Freunde, Partner, Familie – wer auch immer – unterstützen, aber den letzten Schritt gehe immer noch ich selber.

Natürlich habe ich nicht erst am 01.01.2018 festgestellt, was mir eigentlich überhaupt nicht passt im Leben. Das war mir schon seit vielen vielen Monaten bewusst. Entsprechend intensiv habe ich mich beklagt.

Auch was eigentlich zu ändern wäre, habe ich mir vorher schon überlegt. Mit dem Jahreswechsel habe ich mir lediglich die Aufgabe gemacht, diese Veränderungen nun ersthaft und konsequent anzugehen.

Und nun mal Butter bei die Fische, was waren denn nun meine Unglücklich-Macher?
Im Großen und Ganzen: meine Arbeitssitutation. Viele werden es kennen, denn wo verbringt man die meiste Zeit mit den Leuten, die man sich am wenigsten aussucht? Richtig, auf der Arbeit. Mindestens acht Stunden am Tag, fünf Tage die Woche an einem Ort zu verbringen, der einen schon fast krank macht, weil es so unbefriedigend ist, ruft förmlich nach einer dringenden Handlungsmaßnahme!

Ich bin ein absoluter Schicksals-Mensch und glaube fest daran, dass man mit der inneren Einstellung sein Schicksal beeinflussen und sogar Bäume ausreißen kann. Wie es also das Schicksal – oder wer auch immer – so wollte, kam Mitte Januar das konkrete Angebot meines damaligen Kunden, für den ich tätig war, ob ich nicht so bald wie möglich für ihn arbeiten möchte.
Das Angebot habe ich auch schon im Jahr davor erhalten, allerdings war ich mir unsicher, ob es meine Situation wirklich verändern würde, ob alles besser werden würde, ob ich glücklich sein könnte, ob… usw.
454632785432o5 Bedenken, die es mir unmöglich machten, mich für ‚das Richtige‘ zu entscheiden, denn mir fehlte der Mut und die positive Einstellung.

Also fragte ich mich diesmal „Was ist das Schlimmste, das passieren kann, wenn ich diesen Schritt gehe? Das aller-aller-aller-Schlimmste? Kippe ich tot um oder suche ich mir im Notfall einfach einen anderen Job?“.
Als ich feststellte, dass dieser Jobwechsel nicht mit einem Soforttot verbunden war, bin ich zum folgenden Entschluss und somit meiner neuen Lebensweisheit gekommen: einfach mal machen.

Also machte ich, kündigte zum 31.01.2018 meinen alten Job und begann Dank Aufhebungsvertrag schon am 15.02. meinen neuen Job. Mit diesem Ereignis war der größte Schritt für meine neugewonnene positive Lebenseinstellung erledigt.

Nun hatte ich also ordentlich damit zu tun, mich einzuarbeiten, mich zu positionieren und meinem Chef und mir die Chance zu geben, zu beurteilen, ob es für uns beide die richtige Entscheidung war.

Das zweite Quartal.

Und zack, sind die ersten drei Monate schon wieder vorbei. Man lebt sich im neuen Job ein, gibt mehr denn je, denn man merkt, es wird wertgeschätzt. Dann ist Winter, das Licht ist nicht gut und dann.. achja, sorry. Ich suche gerade nach weiteren Ausreden dafür, warum der Blog etwas gelitten hat.

Was soll ich sagen, nach meinem persönlichen Erfolg meinen inneren Schweinehund überlistet zu haben und meiner Überzeugung mich jetzt all meinen bzw. unseren anderen Projekten erfolgreich widmen zu können, kam auch bei mir eine Tiefphase.

Arbeitstage waren länger, die Gemütlichkeit wurde größer und das schlechte Gewissen, dass am Sonntag kein Blogpost online gegangen ist, wurde kleiner. Trotzdem ich es mir Tag für Tag fest vornehme, bin auch nicht leider nicht der ehrgeizigste Mensch auf dieser Welt. Es gibt Phasen, da hat man einfach weniger Lust sich seinen Themen zu widmen. Vieles scheint unerreichbar oder unmöglich und auch ich schaffe es nicht immer positiv zu denken.
Wie sollte ich Bilder machen, wenn ich immer lange arbeite und nach Hause komme, wenn draußen die (natürlichen) Lichter schon wieder aus sind? Wieso ist meine Haut überhaupt durchsichtig? Habe ich jemals Sonnenlicht gesehen? Ich habe sowieso keine Lust rauszugehen bei der Kälte. Eine Woche ohne Blogpost wird man schon verkraften. Es kotzt mich selber an, in dem Moment, in dem ich es schreibe. Aber so ist es nunmal. Es gibt Phasen, da ist man weniger motiviert und dann gibt es Phasen, da ist man super motiviert. Das gehört zum Leben dazu und ist völlig in Ordnung. So lange es bei einer überschaubaren Phase bleibt.

Zum Glück kam dann unser drei-Wochen-Roadtrip in die USA. Und JA, die Blogposts werden noch kommen, denn das kann ich euch einfach nicht vorenthalten. Ich möchte nicht zu viel vorweg nehmen, aber ich kann euch sagen, dass Los Angeles mich einfach wieder geflasht hat. Warum? Nicht wegen der lässigen Cafés, die man so auf Instagram sieht oder wegen der verrückten Styles, die auf der Straße rumlaufen oder wegen der unfassbar riesengroßen Villen, die man in Hollywood sieht.

Das besonders Inspirierende sind die Menschen, die die schaffenden Hände hinter all diesen so bewundernswerten Spots sind. Los Angeles ist eine Stadt, in der alles möglich ist. Wenn man aufmerksam durch die Straßen zieht, wird man an jeder Ecke Menschen finden, die ihr Ding machen. Ihr werdet Job-Interviews während des Frühstücks beobachten, Schauspiel-Coachings in Klamotten-Läden mitbekommen, ihr seht Ideen hinter Geschäften auf der Melrose-Avenue, die einfach aus unfassbar kreativen und mutigen Köpfen stammen.
Und das ist genau der Punkt, auf den ich hinaus will: alles Verrückte und Einzigartige, was ihr in Los Angeles seht, ist durch mutige, Risiko-bejahendene Personen entstanden, denen es egal war, was andere von ihren Ideen hielten und die es einfach durchgezogen haben.

In Amerika ist es – im Gegensatz zur deutschen Mentalität – üblich, dass Personen gefeiert werden, die mehrmals mit ihren Ideen hinfallen und scheitern. Und dann aber auch den Mut und die Kraft haben, wieder aufzustehen. In Deutschland ist es leider so, dass Menschen oftmals aufgegeben werden, wenn es beim ersten Mal nicht funktioniert hat.

Wenn man also sieht, wie jeden Tag junge Leute versuchen in Hollywood ihre Schauspielkarriere zu starten, würden vermutlich die meisten sagen: „Ach komm lass, machen doch tausend andere. Warum sollte es bei dir klappen?“ und so weiter. Aber diese Leute versuchen es jeden Tag auf’s Neue, vermutlich nach 365 Absagen, die sie schon bei Castings erhalten haben. Davor habe ich den allergrößten Respekt.

Also kam durch L.A. nach den Winterblues die Energie zurück, sich dem zu widmen, wofür man brennt. Nicht, dass mein neuer Job keine Bereicherung wäre – ganz im Gegenteil – aber trotzdem gibt es da etwas, das wir zumindest versuchen wollen, ohne jemals sagen zu müssen ‚Hätten wir mal…‘.

Und somit kommen wir zum anderen entscheidenen Punkt, der den Blog etwas in den Hintergrund hat rücken lassen.

Wie ihr wisst, fotografiert Manu für sein Leben gerne. Das spiegelt unser Blog wider und macht einen großen Teil unserer Freizeit aus.
Also haben wir das gestartet, was wir schon seit Ewigkeiten planen… Manu hat ENDLICH Gewerbe angemeldet und wir haben endlich eine eigene Website, über die man Manu als Hochzeitsfotografen buchen kann.

Außerdem haben wir ein zweites Projekt gestartet und mit viel Schweiß und Nerven beendet. Unser eigener Photo Booth!! Manu hat zwei Wochen lang jede Stunde nach der Arbeit genutzt und die Fotobox selber gebaut. Auch die kann über unsere Homepage gebucht werden.

Und da beides einfach riesen Projekte waren, die aufgebaut und getestet werden mussten, kam der Blog ein bisschen zu kurz.

Hiermit dürfen wir euch also endlich unsere mit Sicherheit noch nicht ganz perfekte Webseite vorstellen:

www.soulsidersphotography.comsoulsidersphotography 250x300 - out of order - was war los die letzten Monate?

Hier ist also unser Baby. Schaut euch gerne um und lasst Anregungen da 🙂 Ein Blogpost zu soulsiders photography selber wird noch folgen.

Wir sind super glücklich, dass wir unsere Träume nun endlich in die Realität umgesetzt haben und wir entsprechend aufgeregt zu sehen, was die Zukunft bringt. Die nächsten Projekte stehen in den Startlöchern, also bleibt gespannt. Und es werden bald auch wieder mehr Blogposts folgen.

Habt einen traumhaften Sonntag Abend, ihr Lieben!!
Brina
xxx

 

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